Meinung : Duell der Papiertiger

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Neulich im Fernsehen, vor einem DoppelInterview mit Gysi und Lafontaine: Die Ansagerin wünscht, ganz im Ernst, gute Unterhaltung. So viel zur politischen Kultur im Land. Unterhaltsam aber wäre, ganz gewiss, ein „TV-Duell“ zwischen Lafontaine und Stoiber. Entsprechend elektrisiert reagierten die Sender auf die Herausforderung Stoibers an Lafontaine zu einem „Schlagabtausch“. Doch ach herrje, schon wieder haben ihn alle missverstanden, den Stoiber Edi. Das ist ihm allerdings erst aufgefallen, als ihm selbst Wohlmeinende bescheinigten, so ein Duell sei nun aber arg mutig. Also ließ er klarstellen: Er stehe bereit für ein „Print-Duell“, einen schriftlichen Schlagabtausch. Das sei ohnehin besser, weil alle Argumente zum Nachlesen aufbereitet werden könnten. Das aber ist nicht nur weniger gehaltvoll als die Wahlprogramme, sondern auch langweiliger als diese. Und feige, nicht wahr, wirkt es obendrein. Den dritten Weg hat, aus Versehen, Schönbohm aufgezeigt. In bayerischen Bierzelten werde eben anders geredet als auf brandenburgischen Marktplätzen, sagt er. Ja, na und? Lasst sie doch antreten! Hinkampf in Passau, Rückkampf in Frankfurt an der Oder. Eintritt zehn Euro, Hartz-IV-Empfänger und Ostdeutsche in mindestens zweiter Generation die Hälfte. Und jetzt: gute Unterhaltung. lom

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