Meinung : Durcheinander im Kopf

-

Das ARDFernsehen wird uns demnächst ziemlich überzeugend nachweisen, dass das beliebte Krankheitsbild der „multiplen Persönlichkeit“ eine Erfindung von Therapeuten ist – geschaffen vermutlich, weil sie jeder Identität des Patienten eine eigene Rechnung schicken wollten. Das ist eine herbe Desillusionierung aber auch für uns Hobbypolitologen, weil das Durcheinander der deutschen Politik in den letzten Monaten ja kaum anders zu erklären war. Schienen nicht in Sachen Irakkrieg mindestens drei Gerhard Schröders miteinander im Streit zu liegen? Und die Gesundheitspolitik erst: Das gestrige Nachrichtenangebot zum Thema Zahnersatz allein ließ sich eigentlich nur durch die Theorie nachvollziehbar gestalten, dass einige der Akteure im Auftrag ihrer multiplen Persönlichkeiten handeln, die leider intern viel zu wenig miteinander reden. Da und dort könnte das die Folge einer zerrissenen Jugend sein, bestimmt durch den zu schnellen Wechsel von einer K-Gruppe in die andere, es könnte die Teilnahme an zu vielen Lagerfeuern der Falken schädlich für die Persönlichkeit gewesen sein oder der Kampf um den raschen Aufstieg in der Jungen Union Remscheid mit den dazugehörigen satanischen Ritualen – wer weiß? Wer kann noch etwas für die schöne Theorie tun? Hans Eichel? Wir hielten ihn für resistent, für einen einzigen Finanzminister in sämtlichen Persönlichkeiten von eins bis hundert. Doch seit er neuerdings mit diesen flott in die Stirn gepusteten Haaren auftritt, ist nicht einmal das ganz sicher. Steckt in ihm, unerkannt, ein leichtfüßiger Geldrausschmeißer? Wir bitten die ARD um zügige Nachrecherche.

0 Kommentare

Neuester Kommentar