Ehec-Gipfel : Typisch deutsch

Nun sind also alle mächtig zufrieden! EU-Kommissar Dalli ist beeindruckt vom Ehec-Management der Deutschen, Landwirtschaftsministerin Aigner lobt die Zusammenarbeit von Bund und Länder, und Gesundheitsminister Bahr findet den Ruf nach einer zentralen Seuchenbehörde „typisch deutsch“. Womit er Recht hat: In kaum einem anderen Land würde es diese Diskussion geben – weil sich kaum ein anderes Land eine so zersplitterte Seuchenbekämpfung zumutet. Bei diesem Kompetenzgerangel kommen nicht immer die Kompetentesten zu Wort. Wie zum Beweis dieser These kam nur Stunden nach dem Ehec- Gipfel die Nachricht aus Magdeburg, man habe den gesuchten Erreger auf einer Gurke im Biomüll einer erkrankten Familie nachgewiesen. Informationsgehalt der Meldung: null. Denn wie das Bakterium in den Müll kam, ob mit der Gurke oder mit einem anderen Lebensmittel, kann nicht mehr geklärt werden. Bei vielen Verbrauchern wird trotzdem nur ankommen: Also doch die Gurken! Das vergrößert die Unsicherheit in der Bevölkerung. Eine zentrale Seuchenbehörde, die die auch die Kommunikation übernimmt, ist überfällig. Sonst führen wir diese Diskussion, typisch deutsch, bei der nächsten Seuche wieder.kkp

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