Meinung : Eichel in der Enge

apz

"Mit Sparen alleine kann man eine Wirtschaft umbringen". Mit diesem Satz charakterisierte ein angesehener deutscher Manager vor wenigen Tagen die deutsche Konjunkturlage. Er nahm damit eine Empfehlung vorweg, die die Mehrheit der deutschen Wirtschaftsinstitute am Dienstag der Bundesregierung geben wird: Die nächsten Schritte der Steuerreform müssten dringend vorgezogen werden, damit aus der Krise der Wirtschaft keine Talfahrt wird. Dies zu tun, erfordert Mut. Mut vor allem bei einem Bundesfinanzminister, der sich bislang allseits gute Noten holte, weil er das Geld zusammenhielt. Nun wäre eines der klassischen Konjunkturprogramme sicherlich falsch. Verkehrsminister Bodewig hat den richtigen Weg gewiesen, als er für den Autobahnbau Maßnahmen ankündigte, die Investitionen von sieben Milliarden Mark auslösen sollen. Das ist eine Größenordnung, die sich am Arbeitsmarkt auswirkt. Generelle Steuersenkungen haben einen noch breiteren Effekt. Sie können sich auf den Konsum, auf die Anschaffung langlebiger Verbrauchsgüter, positiv auswirken. Das aber bringt die Steuerquellen an anderen Stellen zum Sprudeln. Das Vorgehen ist nicht ganz ohne Risiko. Besser als Zuschauen ist es allemal.

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