Meinung : Ein Alex, ein Erkan, eine Jenny und eine Laura

„Das Glück der vielen Jahre“

vom 14. Oktober

Dem Artikel von Frau Allmendinger kann ich inhaltlich voll zustimmen. Auch in unserer Schule haben wir einen Alex, einen Erkan, eine Jenny und eine Laura. Jeden Tag bemühen wir uns, diesen Kindern in differenzierter Arbeit gerecht zu werden. Doch oft

finden eben auch Gespräche im

Lehrerzimmer statt, die mit „was könnte aus ... eigentlich werden?“ beginnen. Dann kommen genau die in dem Artikel geschilderten Dinge auch zur Sprache. Oft müssen wir als Pädagogen feststellen, dass wir nicht –

trotz sehr großem Engagements –

genügend helfen können.

Das frustriert auf Dauer sehr. Häufig wurde über die Situation in den Schulen von den unterschiedlichsten Persönlichkeiten geschrieben, doch hat sich wirklich etwas Grundlegendes verändert? Müssen noch mehr Schulen Brandbriefe schreiben? Wenn

Bildung Lebenschancen eröffnen soll, muss dringend unmittelbar etwas

geschehen!

Bernd Jaeke, Rektor, Berlin-Lichterfelde

In dem Beitrag wird erwähnt, dass das gegliederte Schulsystem auf Homogenität setzt. Das sehe ich genauso. Aber die Einteilung in Sekundarschulen, Gymnasien und natürlich Förderschulen wird beibehalten werden, weil die Schulverwaltung die Befürworter dieses Systems sind. Es wird sich nur sehr langsam etwas ändern.

Meine Tochter ist von einer Grundschule letztendlich in die Förderschule versetzt worden. Sie ist nicht für den ersten Arbeitsmarkt fit gemacht worden. Die Förderschulen weisen keine Kapazitäten – wie z. B. Gesamtschulen – auf, die enge Kooperationsbeziehungen zu Firmen aufbauen. Sie ist nicht ausbildungsreif, und ich kann froh sein, dass ich eine Fördermaßnahme von der Arbeitsagentur für eine berufsvorbereitende Maßnahme erhalten habe. Ich versuche nun, zwischen Schulende und Beginn der Maßnahme mindestens ein Praktikum auf dem ersten Arbeitsmarkt zu organisieren. Alles in Eigenregie – natürlich.

Ich danke Ihnen, dass Sie sich ernsthafte Gedanken machen, diese Situation schrittweise zu verändern.

Elke Gross, Berlin-Alt-Friedrichsfelde

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