Meinung : Ein Dickschiff auf der Spree

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Bei Leuten, die „Technologie“ sagen, wo sie Technik meinen, ist Vorsicht geboten. Es könnte sein, dass sie uns einen Transrapid oder Cargolifter andrehen wollen. Das wird freilich immer schwerer, denn dicke Dinger aus Blech oder Warmluft sind im Weltmarkt nur noch schwer unterzubringen. Aber hier: Das könnte was sein. Roland Koch, ein Technologe von echtem Schrot und Korn, hat den Deutschen jetzt vorgeschlagen, einen Flugzeugträger zu bauen. Teuer, gewiss, aber eine singuläre Möglichkeit für Deutschland, sich seiner fortbestehenden Ingenieurkunst zu vergewissern. Nun ist freilich zweifelhaft, ob das neue Schiff („MS Helmut Kohl“?) von den Amerikanern überhaupt vorgelassen wird, wenn es gegen den internationalen Terrorismus geht, und ob dann noch Geld übrig ist für die passenden Kampfflugzeuge. Wenn nicht, ist das auch nicht schlimm, denn Flugzeugträger werden überall gebraucht. Beispielsweise in Berlin, wo der innerstädtische Regierungsflughafen ja bald verloren geht. Das Dickschiff kommt in die Spree, und der Kanzler kann jederzeit vor seinem Hauptquartier landen. Bis alles fertig ist, heißt er sowieso Roland Koch, nicht wahr?

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