Meinung : Ein Name wird Programm

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Das weiß inzwischen jeder PRAzubi: Wer auf sich aufmerksam machen will, hängt einem Prominenten einen Preis um. Deshalb war es nur eine Frage der Zeit, bis der nur mäßig illustre Verband der Köche Deutschlands einen „Hobbykoch des Jahres“ küren würde. Nun ist es passiert, und die Auswahl des Preisträgers lag nahe: Roland Koch, den wir nun Roland Hobbykoch nennen dürfen. Was ihn genau außer seinem Nachnamen qualifiziert hat, bleibt in der Presseerklärung nebulös – sein Leben wird ja praktisch lückenlos im Fernsehen übertragen, aber er kocht dabei nie. Es heißt, er habe sich wiederholt fürs häusliche Essen stark gemacht und sei mit der Erklärung hervorgetreten, er werde die anstehende Weihnachtsgans höchstpersönlich braten. Hm. Aber tun das nicht Millionen von Hobbyköchen? Pssst: Koch kann mehr. Er ist Experte für die brutalstmögliche Zubereitung jeglichen Stimmviehs ohne Ansehen der Person und ein Meister der bodenständigen Gerüchteküche, die er dank gut gefüllter schwarzer Kassen stets zu vernünftigen Preisen serviert. Und dem Bundeskanzler hat er ein entscheidendes Detail voraus: Dessen ehemalige Weihnachtsgans lebt immer noch. Das könnte sich jetzt sehr schnell ändern.

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