Ein Zwischenruf… : … zu den Lehrern

Barbara John erklärt, welche Unterschiede es gibt zwischen guten Pädagogen und denen, die ihren Job machen.

Barbara John

Als die Lehrerschwemme auf den Pillenknick traf, genauer, auf die schrumpfenden Schülerzahlen, und das ist noch gar nicht so lange her, war für die Kultusministerien die Welt noch in Ordnung. Jedenfalls musste man sich keine Sorgen machen über Klassen ohne Lehrer. Das ist heute anders. Zwischen den Bundesländern hat der Pädagogenklau eingesetzt. Als Köder dienen die Gehaltshöhe und der Beamtenstatus. Das mag die derzeitigen Lehramtsstudenten freuen; für die Qualität des Lehrerstudiums aber verheißt es eher Stillstand als Reform. Wenn wirklich ernst gemeint ist, was heute alle Politiker beschwören, dass Bildung die Tür ist zu Wohlstand und gewaltfreiem Zusammenleben, dann müssen die Lehrer, auf die es nach den Eltern am meisten ankommt bei der Erziehung und Bildung, selbst in Topform sein.

Deshalb reicht es künftig nicht aus, einfach genügend Lehrer auszubilden; wir brauchen gute Lehrer, und zwar in ausreichender Zahl. Viele, längst nicht alle, die heute als Lehrer arbeiten, sind für diesen Beruf nicht geeignet, wie Bildungsforscher sagen. Und die beruflichen Anforderungen steigen weiter. Zum einen, weil auch von erfolgreichen Schulabsolventen künftig mehr verlangt wird, fachlich und persönlich; zum anderen, weil der einzelne Schüler stärker beachtet werden will, wenn das Fördern und Fordern Erfolg haben soll.

Was aber unterscheidet vorbildliche Lehrer von den Jobmachern? Beginnt es bereits mit der Note im Abitur? Oder lassen sich die Edelsteine nur durch einen Eignungstest zutage fördern? Diese und ähnliche Filtermethoden werden derzeit in der Republik ausprobiert. Alle diese achtbaren Versuche machen die Rechnung aber ohne den Wirt, und das sind nun mal die Schüler. Ist nicht ein Lehrer einzig und allein dann gut, wenn seine Schüler mit seiner Hilfe kompetenter und einfühlsamer geworden sind?

Solche Qualitäten lassen sich nur in der Unterrichtsarbeit ermitteln – und damit kann schon im Studium begonnen werden. Wer gut ist, sollte dann auch besser bezahlt werden. Den auf Dauer Leistungsschwachen sollten andere berufliche Wege offenstehen. Solche Vorschläge sind jedoch bis heute stark tabuisiert. Ein guter Lehrer sein zu wollen, das bedarf noch einer Voraussetzung, die heute fehlt, nämlich Wertschätzung. Wer Kinder und Jugendliche erfolgreich unterrichtet, verdient Achtung, ja Bewunderung.

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