Ein Zwischenruf zum … : … Wünschen

Barbara John

Weihnachtszeit ist Wunschzeit. Meine Wünsche zielen diesmal nicht aufs Habenwollen, sondern auf das Gegenteil, aufs Scheitern, und zwar von Vorhaben und Entwicklungen, die besser heute als morgen gestoppt würden.

Wunsch Nummer eins ist der Start eines Pleitegeiers in Richtung Las Vegas. Landeplatz: Das Spielkasino „The Cosmopolitan“, das ausgerechnet die Deutsche Bank vor wenigen Tagen eröffnet hat. Investiert hat sie vier Milliarden Dollar in den Luxusbau mit 3000 Zimmern und 1500 Spielautomaten. Wer sich je in einer dieser Spielhöllen umgesehen hat, weiß, wer diejenigen sind, die in der Mehrheit der Bank die Milliarden refinanzieren werden, sollte die Rechnung aufgehen: amerikanische Kleinrentner. Viele geben ein Bild des Jammers ab: Sie stützen sich auf Gehhilfen, hängen an Sauerstoffschläuchen und füttern mit ihren Cent-Einsätzen zittrig die „einarmigen Banditen“. Die Zocker aus Frankfurt schert das den Teufel. Die Aktionäre könnten ihnen allerdings die Hölle heißmachen, denn der Pleitegeier – er nistet ohnehin schon im amerikanischen Kasino-Geschäft – ist nicht mehr weit.

Mein zweiter Verhinderungs- Wunsch hat Europa im Blick. Wann endlich erleben wir den politischen Abstieg von Silvio Berlusconi, dem peinlichsten Ministerpräsidenten in der Europäischen Union? Clown, Casanova und Cäsar in einer Person. Während er privat Geld scheffelt, regiert er Italien außerdem finanziell in den Abgrund. Seit April dieses Jahres gibt es mit dem Regierungschef von Ungarn, Viktor Orbán, noch einen zweiten machtbesessenen Politiker. Im Eiltempo hat er die Verfassung schon sieben Mal geändert, um seiner Regierung lästige Gesetze aus dem Weg zu räumen. Alle wichtigen Ämter wurden mit parteitreuen Personen besetzt, einschließlich des Verfassungsgerichts, und nun hat seine Fidesz-Partei die Medien unter staatliche Kontrolle gestellt. Wäre Ungarn nicht schon EU-Mitglied, wäre ein Beitritt jetzt unmöglich. Und doch übernimmt in sechs Tagen das Land turnusgemäß für ein halbes Jahr die EU-Präsidentschaft. Das schafft viele Gelegenheiten, europäische Standards einzufordern.

Berlin wünsche ich das Aus für die Stadt-Blödiane, die gerade in ihrem linksradikalen Blättchen aufgerufen haben, demnächst Berlin-Besucher massiv aus der Stadt zu ekeln. Nur Appelle an Vernunft und großstädtische Gastlichkeit treffen bei solchen Chaoten auf taube Ohren. Wer Berlin vor ihnen schützen will, sollte ihnen nicht von der Pelle rücken.

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