Meinung : Eine Dreiecksbeziehung ist Libertinage

WAS DIE FDP WILL – UND WAS NICHT

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Die FDP weiß, was sie will. Macht. Da sie sich gibt, als liefe – fast – nichts ohne sie, möchte sie die Bedingungen einer künftigen Koalition quasi im Alleingang diktieren. Generell steht sie dabei Avancen von links und von rechts offen gegenüber. Das ist nicht flatterhaft, sondern taktisch klug. Entscheidend für die künftige Allianz wird sein, wo die Liberalen mehr herausschlagen können – und: wer ihnen zur Macht verhilft. Wie hoch die FDP ihren Preis ansetzt, wird der Parteitag am Wochenende entscheiden. Eines hat Guido Westerwelle den Delegierten auf den Weg gegeben: Rot-Grün-Gelb ist keine Option. Das wäre politische Libertinage, nicht Liberalität, weil nach freidemokratischer Überzeugung die beiden Kleinen miteinander absolut unverträglich, weil sich gegenseitig spinnefeind sind. Auch hat in einem Dreierbündnis der Einzelne weniger Macht als in einem Duo. In Dreiecksbeziehungen gibt es zudem meistens einen Starken und zwei Schwache. Die FDP will aber stark sein. Westerwelles Absage an die Ampel heißt auch, dass er SPD und Union in eine Große Koalition treibt, wenn es mit keinem der Beiden zu einer Regierungsmehrheit reicht. Damit macht er indirekt nun doch eine Koalitionsaussage. Und zeigt, sich selbst entlarvend, wo die Grenzen zwischen Anspruch und Wirklichkeit verlaufen. apz

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