Meinung : Eine Energiewende ist Wunschdenken

„Umweltweise: Atomkraft verzögert Energiewende“ von Dagmar Dehmer vom 6. Mai

Gerne würde ich die Mär glauben, in wenigen Jahrzehnten Energie für wenige Cent pro Kilowattstunde und 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen zu bekommen. Nur haben mich 60 Lebensjahre und 20 Jahre Arbeit in der Umweltanalytik sehr hellhörig werden lassen, was solche Gutachten und Szenarien, insbesondere wenn sie von Professoren kommen (die Drittmittelgeber lassen grüßen), wert sind. Erinnern wir uns an die Weisen des Club of Rome, Ende der 60er Jahre, und etwas später an den Wissenschaftlerbericht an den (US-)Präsidenten, „Global 2000“. So gut wie nichts hat an diesen Szenarien gestimmt, wie man dann 2000 feststellen konnte.

Ja, es wäre wünschenswert, wenn man schnell unabhängig von fossilen Brennstoffen würde. Nur, die erneuerbaren Energieformen die hierzulande Milliarden an Subventionen verschlingen, entpuppen sich zunehmend als ein ökologisches und ökonomisches Desaster.

Zu viele Dinge, diese Energieformen vielleicht mal sinnvoll einsetzen und nutzen zu können, sind nicht vorhanden oder ungelöst. Und es ist mitnichten absehbar, das sich all diese Probleme in nächster Zukunft in Wohlgefallen auflösen. Die vielen tausend Windkraftanlagen beispielsweise, die deutschlandweit immer mehr Lebensräume zerstören, liefern laut im Sommer 2009 erschienenen Erneuerbare-Energien-Bericht der Bundesregierung nicht mal ein Prozent unserer benötigten Primärenergie. Und dass die Erzeugung von Biotreibstoff doppelt so klimaschädlich ist wie die Verbrennung von fossilen Brennstoffen, ist auch hinreichend bekannt.

„Atomkraft verzögert Energiewende“. Was für ein Spruch! Die Stromkonzerne sollten wirklich sofort alle Akw abschalten. Dann wird sich ja zeigen, was von den propagierten Nennleistungen unserer Windkraftlobby zu halten ist.

Hygo B. Behrens,

Berlin-Falkenhagener Feld

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