Meinung : Eine scharfe Truppe

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Alle sind sich einig: Kein deutscher Soldat darf jemals auf einen Israeli schießen. Das gebietet die Geschichte. Weil Auschwitz unser Kompass bleibt, stellen wir Lazarette und Aufklärungsflugzeuge, aber bewaffnete Einheiten sollen der libanesisch-israelischen Grenze fernbleiben. Die Maxime klingt vernünftig. Ist sie es? 40 Jahre lang hätten Deutsche im Ernstfall auf Deutsche geschossen, ebenso auf Polen und Russen. Die Geschichte erlaubte das, obwohl im Zweiten Weltkrieg allein in der Sowjetunion rund zwanzig Millionen Menschen von Deutschen getötet worden waren. Als Mitglieder von Nato und Warschauer Pakt trugen Deutsche eine Mitverantwortung dafür, dass in diesem Ernstfall womöglich Atomwaffen eingesetzt worden wären. Gegen die Polen, die Russen. Aktuell steht die Bundeswehr im Kosovo. Auch das erlaubt die Geschichte, obwohl die Wehrmacht in Jugoslawien besonders arg gewütet und Dörfer niedergebrannt hatte. Wie also lautet die Regel – den Enkel eines serbischen Widerstandskämpfers darf eine deutsche Kugel treffen, den eines jüdischen Holocaust-Überlebenden aber nicht? Übrigens: Im Südlibanon soll die Hisbollah entwaffnet, nicht gen Israel geschossen werden. Das nur am Rande. mal

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