Meinung : Einen im Sinn

WEIHNACHTSANSPRACHEN

-

Alle Jahre wieder … kommt Besinnliches zum Weihnachtsfest. Zum Beispiel in Form der traditionellen Ansprache. Überraschend ist nie der Termin, sondern, wenn alles gut geht, was gesagt wird. In diesem Jahr wird ein Klassenunterschied deutlich: Bundespräsident Johannes Rau begibt sich auf Sinnsuche, ein wenig abseits der ausgetretenen Pfade, und der Regierende Bürgermeister Berlins, Klaus Wowereit, schreitet noch einmal den ihm bekannten Weg ab. Was dazu führt, dass sich Rau dagegen wendet, alles Leben nur noch dem Maßstab der Effizienz und der Wirtschaftlichkeit zu unterwerfen. Das kann, da hat er doch Recht, zum Wahn werden, bis in die Familie hinein. Aber Familie ist kein Betrieb, Schule kein Unternehmen, das Krankenhaus keine Gesundheitsmaschine – ein lebenskluger Leitsatz. Wann, wenn nicht jetzt, ist Zeit, ein Wort wieder mit Inhalt zu füllen, das Innerlichkeit heißt? Auch das gehört zur Bildung: Herzensbildung. Wowereit dagegen lässt wieder einmal eine Chance, so eine Chance, ungenutzt, über Zahlen und Gebühren und Sparen hinaus den Sinn seines Handelns deutlich zu machen. Eigentümlich: Es ist, als habe Rau an Wowereits Adresse gesprochen. Der Bürgermeister wird zu Weihnachten angeleitet – zur Führung.cas

0 Kommentare

Neuester Kommentar