Einigung bei Airbus : Zwei gestutzte Flügel

Das Treffen in Toulouse scheint ein doppelter Erfolg für Merkel. Trotz ihrem Credo, das Unternehmen solle entscheiden - und nicht die Politik.

Julia Schlösser

Auf den ersten Blick ist das Treffen in Toulouse ein doppelter Erfolg für Angela Merkel. Eine deutsch-französische Beziehungskrise über die künftigen Machtverhältnisse bei der Airbus-Mutter EADS wurde gerade noch abgewendet. Der Deutsche Enders soll Airbus aus der Krise holen und überlässt dem Franzosen Gallois den EADS-Chefsessel. Es geht wohl auch auf das Konto der Kanzlerin, dass beim Treffen mit Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy gar nicht erst über eine Kapitalerhöhung bei dem europäischen Luftfahrtkonzern gesprochen wurde – getreu ihrem Credo, über solche Fragen habe nicht die Politik zu entscheiden, sondern das Unternehmen. Doch auch die Personalentscheidung wurde nach rein politischen Gesichtspunkten gefällt. Und wichtige Entscheidungen müssen weiterhin beiderseits des Rheins abgestimmt werden. Dabei werden Franzosen wie Deutsche mit Argusaugen darüber wachen, dass keiner das größere Stück des Kuchens abbekommt. Die Politik wird mitmischen, gerade wenn es um Arbeitsplätze geht. Von einem „normalen Unternehmen“ ist EADS noch immer weit entfernt. Wettbewerbsfähiger, wie Merkel es sich wünschte, wird der Konzern so nicht.

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