Meinung : Einmal im Jahr verlässlich

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Der Wettbewerb auf der Schiene funktioniert, sagt Bahnchef Hartmut Mehdorn. Ein Monopolist sei der Staatskonzern längst nicht mehr angesichts der vielen Konkurrenzfirmen, die mittlerweile auf deutschen Gleisen herumfahren. Wie funktionierender Wettbewerb im Sinne der Bahn aussieht, zeigt die jüngste Preiserhöhung: Um 2,9 Prozent werden die Tickets ab Januar teurer, inklusive der steigenden Mehrwertsteuer sind es sogar bis zu 5,6 Prozent. Zwar kann die Bahn nichts dafür, dass der Staat die Steuer anhebt – doch nur ein sehr mächtiges Unternehmen kann es sich leisten, die Erhöhung nahezu eins zu eins auf die Verbraucher abzuwälzen. Handels- und Dienstleistungsfirmen in anderen Branchen können von einer derart komfortablen Lage nur träumen. Sie können auch nicht, wie die Bahn regelmäßig einmal pro Jahr, den Verbraucher zur Kasse bitten, wenn die Kosten steigen. Zwar sind Diesel und Strom in den vergangenen Monaten deutlich teurer geworden. Die Energiekosten machen aber nur gute zehn Prozent des Ticketpreises aus. Da drängt sich ein anderer Verdacht auf: Die Bahn poliert ihre Bilanz für den Börsengang – auf Kosten der Kunden. brö

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