Meinung : Einmal ist keinmal

RENTENDEBATTE

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Der Kanzler ist im Wort. Sein Reformkonzept zur Altersversorgung soll auf Langfristigkeit angelegt sein. Kein hektisches Reagieren auf akute Finanzlöcher, kein Herumlaborieren an Details und Feinheiten. Gerhard Schröder verspricht den großen Wurf. Viel Zeit hat er nicht mehr. Mitte Oktober soll das Reformpapier vorliegen. Dass wir künftig wieder länger arbeiten werden, ist so gut wie beschlossen. Der Abbau von Vorruhestandsregeln oder die Rente ab 67 führen zum Ziel – keine Frage. Vielleicht bekommen wir auch beides. Dass die Rentenkasse aber erneut als finanzpolitischer Verschiebebahnhof benutzt werden soll, ist so gar nicht nach Schröders Langfriststrategie. Wenn die Rentenerhöhung etwa um ein halbes Jahr vom Sommer 2004 auf den Jahresbeginn 2005 verschoben wird, spart das zwar eine Milliarde. Und wenn die neuen Rentner künftig erst am Monatsende statt zu Monatsbeginn ihre Rente bekommen, bringt das vielleicht noch einmal zusätzliche 750 Millionen. Doch mit Strukturreformen hat das wenig zu tun. Das gilt erst recht für die Reduzierung des Notgroschens der Rentenkasse von 50 auf 30 Prozent einer Monatsausgabe da sollen sogar drei Milliarden zusammenkommen. Das sind verlockende Einmaleffekte, die das Sozialsystem und den Haushalt zwar entlasten. Aber nur ein Mal. Und dann? Von Nachhaltigkeit keine Spur. Da muss der Rentenreformer Schröder noch zulegen. fo

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