Meinung : Einwanderer-Integration: Einwanderung der kurzen Wege

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Was haben Aussiedler, Asylbewerber, Familienangehörige, Flüchtlinge und Arbeitsmigranten gemeinsam? Sie kommen nach Deutschland - mehrheitlich, um hier zu bleiben. Was sie nicht gemeinsam haben, ist eine Stelle, die sie verwaltet. Über Asyl befindet das Bundesamt in Zirndorf, über eine Arbeitserlaubnis die Nürnberger Bundesanstalt, über Angehörige das Landes-Ausländeramt. Wobei wir fast noch das Bundesverwaltungsamt in Köln vergessen hätten. Nun hat sich also die Politik zu der Einsicht durchgerungen, dass Zuwanderer existieren - mitten in Deutschland. Da macht es Sinn, sich auch über den organisatorischen Rahmen zu verständigen. Ein Bundesamt für Migration, so es denn die Kompetenz zur Regelung aller Zuwanderungs-Sparten bekommt, würde Zuständigkeiten sinnvoll bündeln. Rita Süssmuths Zuwanderungs-Kommission und Berlins Ausländerbeauftragte Barbara John liegen richtig, wenn sie das Migrations-Amt fordern. Nur hat leider die Politik eine erstaunliche Geschwindigkeit darin entwickelt, Grundsatzdebatten sofort auf ihre Verteilungsaspekte zu reduzieren. Wolfgang Zeitlmann von der CSU warnt vor einer neuen Super-Behörde, die die Länderhoheit und gleich auch noch das Grundgesetz verletzt. Zum Verfassungsbruch wollen wir hier nicht aufrufen. Zum Springen über den eigenen Schatten schon. Sonst ist der erreichbare Konsens zerredet, ehe all die Kommissionen ihre Papiere vorstellen.

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