Meinung : Einwandfrei

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Zum Thema Online Spezial: Terror und die Folgen
Schwerpunkt: Wege jenseits der Bomben
Fotostrecke: Krieg in Afghanistan
Die Warnungen der Hilfsorganisationen klingen noch in den Ohren: Wenn nicht vor Wintereinbruch Hunderttausende afghanische Binnenflüchtlinge und Bewohner entlegener Bergdörfer mit Nahrung versorgt werden, komme jede Hilfe zu spät. Nun hat der Winter begonnen, und die Taliban sind kein Hindernis mehr. Lebensmittelkonvois quer durch Afghanistan sieht man trotzdem nicht. Warum? US-Außenminister Colin Powell sagt, die Organisation humanitärer Hilfe am Hindukusch sei genauso langwierig wie die Kriegsvorbereitung. Nach dem Fall Kabuls sind die Hilfswerke wieder mit hochrangigen Vertretern präsent, aber ihre Arbeit ist kaum leichter geworden. In die meisten Landesteilen kann man Helfer weiterhin nicht ohne militärischen Schutz schicken. In der siegreichen Nordallianz haben sie keine verlässlichen Ansprechpartner; zudem mehren sich die Gerüchte, dass auch ihre Kämpfer Lager plündern. Wer kann Schutz bieten? Am schnellsten wohl die westlichen Truppen, die schon da sind. Das Rote Kreuz sagt nein, es fürchtet um seine Neutralität. Nur neutrale Hilfe sei gute Hilfe - das war bereits der Einwand gegen die Care-Pakete der US-Bomber. Den hungernden Afghanen dürfte es herzlich egal sein. Mehl ist Mehl. Sie haben keine Zeit zu warten, bis Einwand-freie Hilfe möglich ist.

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