Meinung : Eisbären werden Bären

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Gar nicht so weit von Montreal entfernt, wo am Montag die elfte Weltklimakonferenz begonnen hat, fallen gerade am nördlichen Zipfel Kanadas die Eisbären über die Mülltonnen der menschlichen Siedlungen her. Denn obwohl es schon Ende November ist, ist das arktische Meer noch immer weit offen. Schwimmende Eisschollen, von denen aus Eisbären jagen, sind nicht zu sehen, und die Bären, die den ganzen Sommer gefastet haben, sind sehr hungrig. Im Süden Afrikas sterben seit 2002 tausende Menschen zusätzlich an Hunger, weil es kaum noch regnet. Nirgendwo sonst auf der Welt liegen die Treibhausgasemissionen niedriger als in Afrika. Die globale Durchschnittstemperatur ist seit Beginn der Industrialisierung um 0,6 Prozent gestiegen. Steigt sie um mehr als zwei Grad, halten Wissenschaftler den Klimawandel für nicht mehr beherrschbar. Die Konferenz in Montreal muss einen ersten Schritt in die Nach-Kyoto-Periode machen. Der Ausstoß von Kohlendioxid muss dramatisch sinken, wenn die Zwei-Grad-Latte nicht gerissen werden soll. Dabei müssen die, die das Problem verursacht haben, also die Industriestaaten, vorangehen. Denn nur wenn die Verursacher selbst etwas zur Rettung des Klimas unternehmen, werden schnell wachsende Schwellenländer wie China oder Indien bereit sein, sich auch selbst zur Verminderung ihrer Treibhausgase zu verpflichten. Gelingt das nicht, werden einige Teile der Erde schon für unsere Enkel nicht mehr bewohnbar sein. deh

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