Meinung : Elf-Aquitaine-Prozess: Ein Anfang, hoffentlich

mk

Endlich hat sich Frankreich dazu aufgerafft, den Korruptionssumpf in seinen politischen Reihen auszutrocknen. Lange hat es gedauert. Nun hat die französische Justiz erstmals ein deutliches Signal gesetzt. Im Schmiergeldprozess um den Ölmulti Elf-Aquitaine gab es harte Urteile. Damit wird keineswegs, wie der verurteilte ehemalige französische Außenminister Roland Dumas glauben machen möchte, nur stellvertretend ein Sündenbock an den Pranger gestellt. Vielmehr kann man hoffen, dass dies erst der Anfang einer großangelegten Aufräumaktion ist, die nicht nur die Mitterrandsche Vetternwirtschaft durchkämmt. Damit könnte sich auch die französische Justiz endlich den Ruf erarbeiten, unabhängig zu sein. Das wird bis heute von weiten Teilen der französischen Bevölkerung angezweifelt. Der wichtigste Schluss aus dem gestrigen Urteil lautet: Amtierende Politiker in Frankreich wissen nun, woran sie sind: Korruption führt zu nichts. Liberté, Egalité, Fraternité - die Worte bekommen allmählich wieder Sinn.

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