Meinung : Elf-Prozess: Was der Wahrheitsfindung dient

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Alfred Sirven auf Zwischenstopp in Deutschland - ein Fall für sich? Immerhin hat der parlamentarische Untersuchungsausschuss zur CDU-Spendenaffäre parteiübergreifend versucht, den lange flüchtigen Manager von Elf-Aquitaine hier zu halten, damit er als Zeuge befragt werden kann. Das dürfte die Franzosen aber nicht überraschen, denn der Grund ist doch klar: Er hat, genau wie gerade in Paris, mit den Geschäften von Elf zu tun. Es geht um mögliche enorme Schmiergeldzahlungen beim Kauf des ostdeutschen Minol-Tankstellen-Netzes und der Leuna-Raffinerie. Insofern gibt es ein paralleles Interesse, weil alles Schwarzgeld über Sirvens Tisch gegangen sein soll. Der Ex-Elf-Manager müsste also nicht nur etwas über den früheren Außenminister Roland Dumas sagen können, sondern auch dazu, ob und wenn ja, welcher CDU-Regierungspolitiker seinerzeit wie viel Schwarzgeld von Elf bekommen hat. So wie Sirven sagt, könne mit seinem Wissen die französische Republik 20 Mal hochgehen lassen, sollte der Geschäftsmann mindestens so viel wissen, dass er auch in Deutschland als eine Art Kronzeuge taugt. Sirven zu befragen ist keine Schikane. Hier geht es um Wahrheitsfindung, und wegen der Dimension des Falles sollte alles getan werden, was ihr dient. Da müsste es mit dem Teufel zugehen, wenn die Justiz beider Staaten hier nicht doch eine beiden Seiten dienliche Lösung fände.

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