Embryonen : Stammzellforschung revolutioniert

Ob Drüsenschläuche, Muskelfasern oder Nervenzellen: Auch aus Hautzellen können Stammzellen gewonnen werden.

Berlin Die mittelalterlichen Alchemisten träumten davon, Blei in Gold zu verwandeln. Heute sind es Biologen, die einen ähnlichen Traum haben. Sie wollen gewöhnliches Gewebe in kostbare embryonale Zellen verwandeln.

In Drüsenschläuche, Muskelfasern, Nervenzellen. Damit könnte die Medizin eine mächtige neue Therapie in die Hand bekommen. Amerikanische und japanische Forscher haben nun gezeigt, dass diese Verwandlung bei menschlichem Gewebe möglich ist. Ihre "Quelle“ für embryonale Stammzellen waren simple Hautzellen. Ein großer Fortschritt. Auch deshalb, weil man vielleicht in Zukunft auf Embryonen als umstrittene "Quelle“ für Stammzellen verzichten kann.

Die Aufregung um die Stammzellforschung könnte sich als Lärm um nichts erweisen. Allerdings ist es noch ein weiter Weg zu diesem Ziel. Auch in Zukunft wird man vorerst nicht um die Forschung an herkömmlichen embryonalen Stammzellen herumkommen. Und Deutschland muss, um den Anschluss nicht zu verlieren, sein forschungsfeindliches und diskriminierendes Stammzellgesetz lockern. 

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