EnBW wird Landeseigentum : Mappus unter Strom

Diese Kaltschnäuzigkeit, mit der Baden-Württembergs Länderfürst Stefan Mappus mit Milliarden jongliert, um den Energiekonzern EnBW zu übernehmen, erinnert stark an den jüngeren Gerhard Schröder.

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Schröder hatte 1998 als Niedersachsens Ministerpräsident und Kanzlerkandidat kurzerhand den Salzgitter-Konzern in staatliche Obhut genommen. Die Aktion festigte damals Schröders Image als entschlossener Macher ohne Angst vor großen Zahlen. Er wurde wenige Monate später Kanzler. Die Aktion war riskant, aber die Geschichte gab Schröder recht: Salzgitter, längst wieder in marktwirtschaftliche Freiheit entlassen, steht heute besser da denn je. Der lädierte Mappus macht es drei Monate vor seiner Wahl ähnlich. Das Land nimmt fast fünf Milliarden Euro am Kapitalmarkt auf – zunächst ohne den Steuerzahler zu belasten. Der Applaus der 21.000 Mitarbeiter dürfte ihm sicher sein. Doch risikolos ist auch diese Aktion nicht: Was, wenn EnBW nicht die Rendite abwirft, um die Zinsen zu bezahlen? Stromkunden im Ländle können also nicht mit günstigeren Strompreisen rechnen. Das sollten sie bei der Bewertung der Aktion in ihre Wahlentscheidung einfließen lassen.

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