Ende der Krise? : 2,735 Prozent Hoffnung

Der Stand der europäischen Schuldenkrise wird in Prozenten gemessen. 2,735 – zu diesem Zinssatz haben die Italiener jetzt Anleihen platziert. Ein kleines Wunder ist das, denn kaum jemand hatte einen so niedrigen Preis des Geldes erwartet. Vor ein paar Wochen noch war das Doppelte fällig, weil kein Geldgeber der Bunga-Bunga-Republik von Silvio Berlusconi traute. Mit Mario Monti kam das Vertrauen zurück. Und viel Hoffnung. Denn natürlich ist Italien ebenso wenig saniert wie Spanien, das ebenfalls zu verträglichen Konditionen Geld bekam. Beide Länder zusammen besorgten sich jetzt gut 20 Milliarden Euro, doch bis Ende des Jahres brauchen sie 500 Milliarden Euro. Da ist noch viel möglich an den misstrauischen und zu Übertreibungen neigenden Märkten. Dennoch verbreitet sich langsam die Einschätzung, dass richtig große Einschläge im Euroraum immer unwahrscheinlicher werden. Anders ist die Gelassenheit der Investoren ob der jüngsten Nachrichten aus Griechenland kaum zu erklären. Dort scheint der vorgesehene Forderungsverzicht der privaten Gläubiger in Gefahr – und damit das Rettungspaket insgesamt. Und dann? Am Donnerstag belastete sich niemand mit der Frage. Zu groß war die Freude über Italien und die Hoffnung auf ein Ende der Krise. alf

Seiten 1 und 13

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben