Meinung : Endlich pragmatisch

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Das eine Extrem heißt Rütli-Schule, das andere Familie Aydin. Das erste wird genährt von Permissivität und falscher Liberalität, das andere von Rigidität und Inflexibilität. Zwei Symbole aus der jüngeren Geschichte Berlins stehen für die gesamte Debatte über Einwanderung, Einbürgerung, Integration. An diesem Donnerstag und Freitag tagt nun die Innenministerkonferenz. Angeblich zeichnet sich eine Einigung ab. Für eine Einbürgerung werden die Hürden leicht angehoben. Es soll entsprechende Kurse geben, aber keine Wissens- oder Gesinnungstests. Damit lässt sich leben. Das Erfreuliche an der Debatte ist ohnehin ihr Nebeneffekt: Die Überideologisierung hat endlich ein Ende. Weder naive Humanität noch weltfremde Blut-und-Boden-Mentalität lösen das Problem. Deutschland ist ein Einwanderungsland, es braucht Einwanderer. Doch einerseits ist nicht jeder Lump willkommen, ein Integrationswille sollte nachweisbar vorhanden sein. Andererseits muss die Umarmung herzlicher werden. Für die Einwanderer, die wir wollen, sollten wir uns auch interessieren. Was wissen wir etwa über ihre Herkunftsländer, deren Prägungen noch lange nachwirken? Nicht jeder Deutsche fühlt nur deutsch, und das ist ganz in Ordnung. mal

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