Energiepolitik : Verlierer der Wende

Was Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) kann, kann Agrarministerin Ilse Aigner (CSU) auch. Nämlich ein Detail der Energiewende herauspicken, dessen Existenz skandalisieren und dann so tun, als ginge es um die Rettung der Menschheit (Niebel) oder wenigstens die Entlastung der Stromkunden (Aigner). Aigner will nicht, dass Stromkunden bezahlen müssen, wenn Netzbetreiber nicht in der Lage sind, Windparks in der Nordsee ans Stromnetz anzuschließen. Dahinter steht ein Grundsatzstreit. Bayern will nicht abhängig sein von den Windmühlen im Norden. Der Norden dagegen will mit der Energiewende endlich auch mal Kasse machen. Kasse machen wollen aber auch die großen Energiekonzerne. Deshalb hat RWE ein Gutachten der Deutschen Energieagentur (Dena) finanziert, das zu dem Schluss kommt, 2050 brauche Deutschland für 60 Prozent Kohle- und Gaskraftwerke. Dabei soll 2050 der Strom zu nahezu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien stammen. Nur wer die bestehenden Strukturen erhalten will, kann zu einem Schluss kommen wie die Dena. Aber es war abzusehen, dass die Verlierer der Energiewende sich wehren würden. deh

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