Meinung : Er muss reif sein

NAME

Das also ist die neue FDP: Sie wirbt mit zweierlei Arten Anzüglichkeit. Ein Beispiel ist Sachsen-Anhalt, das andere Nordrhein-Westfalen. Damit verbunden erscheint die Frage der Kanzlerkandidatur in anderem Licht. In NRW geht es immer noch um den Übertritt des Grünen Karsli in die Möllemann-Fraktion. Der hatte so lange keine kritische Frage zur Folge, dass es schon peinlich war. Nur der FDP nicht? Dass sich die Partei vielleicht doch auf einen untergründig anti-israelischen Kurs begibt – diesen Eindruck kann auch das Treffen des Trios Westerwelle, Gerhardt und Kinkel mit Botschafter Stein nicht so schnell wegwischen. Denn die Parteiführung, voran Westerwelle, hat sich bis heute nicht von Möllemanns Worten distanziert. Ob dann der Stolz auf die Parteieintritte in NRW überwiegt? Man könnte allerdings meinen, dass es sich um Geister handelt, die sie gerufen hat und nicht mehr los wird. Im benachbarten Ausland gäbe es in dieser Hinsicht ja Vorbilder für Freidemokraten. Da wirkt es zumindest unglücklich, dass der Parteichef gerade jetzt noch einmal überlegt, seine Kanzlerkandidatur zu erklären. Weniger, weil die Idee von Möllemann kommt, sondern weil ganz grundsätzlich einer, der Kanzler werden will, in bestimmten Positionen nicht den Hauch von Zweideutigkeit zulassen darf. Das gehört zum Nachweis von Verantwortungsbewusstsein. Und von Reife. Die ist unerlässlich. cas

SEITE 4

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben