Meinung : Er will mehr: die Mehrheit

SPITZENKANDIDAT LAFONTAINE?

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Ja, warum nicht? Oskar Lafontaine, der PolitPensionär, der Teilzeit-Schriftsteller, will wieder ins Geschäft zurück. Ins politische, wohlgemerkt. Noch ist die Position des Spitzenkandidaten zur Wahl im Saarland nächstes Jahr offen, Heiko Maas, der Landesvorsitzende der SPD, nicht entschlossen. Da erklärt Lafontaine seine Bereitschaft zur rechten Zeit. Und jetzt wird’s richtig demokratisch. Via „Bild“-Kolumne seine Meinung zu sagen, ist das eine; damit erreicht er zwölf Millionen Leser, die sich amüsieren oder aufregen oder ihn einfach ignorieren. Sich aber einer Abstimmung zu stellen, ist das Lebenselixier des Politikers. Der ist Lafontaine, der seinen schnellen Rückzug von allen Ämtern so schlecht wie seine Partei verwunden hat, immer geblieben. Zuerst müssen also ein paar tausend Genossen an der Saar darüber befinden, ob ihr einstmals geliebter Oskar zurückkehren soll; ob sie in ihm noch Zukunft sehen. Wenn sie es tun, dann müssen ein paar hunderttausend Wähler darüber befinden, ob es ihnen mit Lafontaine besser gehen würde als mit dem Christdemokraten Peter Müller, in dem viele nicht nur vom Idiom her den legitimen Nachfolger zu erkennen glauben. Beide Male wird es für Lafontaine bestimmt nicht leicht. Aber einerlei, welches Votum herauskommt: Damit ist endlich geklärt, inwieweit sein Kurs mehrheitsfähig ist. Dann weiß es auch Gerhard Schröder, der Kanzler. Lafontaine als Landesregierungschef, das wäre wirklich eine Herausforderung. Für den Kanzler. Und ganz Deutschland. cas

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