Meinung : Erfolg verpflichtet

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Wenn man als Billigflieger überleben will, muss man vor allem: wachsen. Neue Flugzeuge kaufen und neue Strecken fliegen, bevor die Konkurrenz schon vor Ort ist. Nur so lässt sich die Existenz langfristig sichern. Alle, die dabei zu langsam sind, werden vom Markt verschwinden, nur eine Hand voll Billigflieger wird übrig bleiben, prophezeien Experten. Air Berlin hat das verstanden. Deshalb geht das Unternehmen jetzt auch an die Börse, denn neue Flugzeuge sind teuer. 500 bis 800 Millionen Euro könnte der Börsengang Air Berlin bringen, sagen Finanzexperten. Das ehemalige Charterunternehmen ist in Europa die Nummer drei unter den Billigfliegern – und dennoch ein großes Stück von den beiden Konkurrenten entfernt: die irische Ryanair flog im vergangenen Jahr 35 Millionen Passagiere, Easyjet aus Großbritannien 30 Millionen, Air Berlin transportierte 13,5 Millionen Fluggäste. Ryanair und Easyjet sind längst börsennotiert. Bei beiden Unternehmen weiß man deshalb auch, dass sie Gewinne machen, zur Transparenz sind sie verpflichtet. Air-Berlin-Chef Joachim Hunold schwieg bisher darüber, wie viel Geld er verdient. Das wird sich ändern, wenn die Fluglinie den Börsenregeln unterliegt. Dann wird sich zeigen, ob Hunolds Modell wirklich funktioniert. Anders als die Briten und Iren setzt er nämlich trotz niedrigen Preisen auf Service: Es gibt Essen und Zeitschriften an Bord. Auch das kostet. fw

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