Meinung : Erinnerung in Arbeit

„Neuer Streit um ,Zug der Erinnerung’“

vom 29. Oktober

Viele Menschen in Berlin haben die Ausstellung „Zug der Erinnerung“ gesehen, die 2008 auch unsere Stadt erreichte. Es gab zuvor beschämende Auseinandersetzungen zwischen der Deutschen Bahn AG und den Initiatoren, einem gemeinnützigen Verein, um vorübergehend geeignete Standorte zu finden. Es ging um einen symbolischen Eisenbahnwagen, in dem Originaldokumente und -bilder von Opfern des NS-Regimes gezeigt wurden, die aus ganz Europa in Massentransporten in die Vernichtungslager gebracht wurden. Diese Ausstellung war u. a. auch am S-Bahnhof Grunewald, in der Nähe des Mahnmals Gleis 17 zu sehen.

In diesem Artikel müssen wir jetzt

erfahren, dass es um die Rückerstattung

von 30 000 Euro Trassenentgeld an

die Deutsche Bahn geht. Man kann nur

hoffen, dass der Verein noch in

diesem Jahr entlastet wird und seine

Erinnerungsarbeit fortsetzen kann.

Nachtrag: Es ist zynisch, wenn man sich daran erinnert, dass in den Jahren 1938–1944 Menschen eine Fahrkarte für die „Reise“ in die Konzentrations- bzw. Vernichtungslager lösen mussten.

Dr. Marianne Kröpelin,

Berlin-Wilmersdorf

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