Meinung : Erst kassieren, dann lamentieren

INFINEON WILL WEG AUS DEUTSCHLAND

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Der Chipkonzern Infineon prüft ernsthaft, ins Ausland abzuwandern. Steuern, Abgaben und die Bürokratie lasten angeblich so schwer auf der SiemensTochter, dass Vorstandschef Ulrich Schumacher alle Standortalternativen durchrechnen lässt. Ausgerechnet Schumacher beklagt sich über die Nachteile des Standortes Deutschland. Als es um die Subventionierung seiner Chipfabrik in Dresden ging, war der dynamische Manager aus München nicht so zimperlich. Mehrere hundert Millionen Euro kassierte der smarte Infineon-Chef – ganz im Einklang mit den deutschen Fördergesetzen. Jetzt soll er zahlen, Steuern beispielsweise – wie jeder andere Bürger dieses Landes auch. Da fällt ihm nichts besseres ein als die Auswanderung. Kritik am Standort Deutschland ist angebracht – nur wer sie übt, muss auch glaubwürdig sein. Wie Porsche-Chef Wendelin Wedeking, der auf Subventionen für sein Werk im Osten verzichtet hat und dem man deshalb zubilligt, sich über hohe Abgaben zu beklagen. Schumacher hingegen hält die eine Hand auf, um mit der anderen draufzuschlagen – und disqualifiziert sich damit selbst. fo

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