Erziehermangel in Berlin : Es sind noch Plätze frei

Die gute Nachricht zuerst: In der Hauptstadtregion werden wieder mehr Kinder geboren. Doch die Regierung in Berlin scheint nicht einzusehen, dass es schon bald zu einem erheblichen Mangel an qualifizierten Erzieherinnen kommen wird.

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Die Rechnung ist ziemlich einfach – man darf die Augen nur nicht vor dem Ergebnis verschließen. Die Berliner Landesregierung aber tut genau dies, wenn es um den Erzieherbedarf für die Berliner Kindertagesstätten geht. Rund 15 000 Kita- Plätze werden in den kommenden Jahren zusätzlich gebraucht. Nicht nur, weil – so die gute Nachricht – an der Spree wieder mehr Kinder geboren werden. Die seit Jahresbeginn komplett kostenlose Kinderbetreuung erhöht ebenfalls die Nachfrage. Diese Kinder brauchen Betreuung; umso mehr, weil der Senat vor zwei Jahren kleinere Betreuungsgruppen versprach, um einer drohenden Niederlage im Volksbegehren zu entgehen. Dass neben dem Ausgleich der normalen Fluktuation zusätzlich mehr als 1500 Erzieherinnen gebraucht werden, war leicht auszurechnen. Der Senat aber hat das Thema bisher verschoben und nur auf Druck aus den Bezirken reagiert. Es ist zwar gut, es Quereinsteigern zu erleichtern, in der Kita zu arbeiten – ausreichend aber ist das nicht. Wer mehr Erzieherinnen will, muss um sie werben, auch bundesweit. Das war schon zu Mauerzeiten erfolgreich – und damals war Berlin längst nicht so attraktiv.

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