Meinung : Es fehlen immer noch Lehrer

„Zöllner verkündet das Ende des Lehrermangels“ von Susanne Vieth-Entus

vom 8. September

In Tempelhof-Schöneberg müssen etliche Schulen mit einer Unterausstattung auskommen, da die Einstellung zusätzlicher Lehrerinnen und Lehrer von der Senatsverwaltung verweigert wird. Der Hinweis auf den berlinweiten Durchschnittswert hilft ihnen genauso wenig wie einem Geringverdiener der Hinweis auf das durchschnittliche Einkommen eines Berliner Erwerbstätigen, solange im eigenen Portemonnaie Ebbe herrscht.

Immerhin gibt auch die Senatsverwaltung zwei Wochen nach Unterrichtsbeginn eine Unterausstattung von 15 Stellen in der Region Tempelhof-Schöneberg zu. Der Personalrat geht aufgrund von Mitteilungen aus den Schulen jedoch eher von der doppelten Anzahl und darüber (!) aus.

Und die „durchschnittliche“ Personalausstattung sagt überhaupt nichts über den benötigten Fachbedarf aus. Jedem ist klar, dass der Informatik-, der Mathematik- und/oder der naturwissenschaftliche Unterricht der Oberstufe des Gymnasiums nicht durch eine Sportlehrerin der Grundschule oder umgekehrt erteilt werden kann. Sollte dies Herrn Zöllner unbekannt sein?

Schüler und Beschäftigte in den Schulen haben nicht den Anspruch auf irgendeinen „Durchschnitt“ , sondern auf die Ausstattung, die ihnen die Zumessungsrichtlinien, (die immerhin Gesetzesrang besitzen, da sie vom Abgeordnetenhaus zu beschließen sind), verbindlich zubilligen. Nicht die „durchschnittliche“ Ausstattung ist für die Schulen und die einzelnen Schüler von Bedeutung, sondern die tatsächliche vor Ort. Eine „durchschnittliche“ berlinweite Punktlandung entlarvt sich schnell als „durchschnittliche Bauchlandung“ einer Senatsverwaltung, die die Nöte der Einzelschulen nicht zur Kenntnis nehmen will.

Johannes Gerigk, Personalratsvorsitzender der Lehrer und Erzieher der Region Tempelhof-Schöneberg

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben