Meinung : Es fehlt elterliche Fürsorge

„Lehrer, macht euren Job alleine / Eltern wollen kompetente Pädagogen, anstatt ständig einspringen zu müssen. Ein Plädoyer für Grenzen zwischen Schule und Familie“ von Gerlinde Unverzagt vom 3. Mai

Schön, dass Frau Unverzagt zu den Eltern gehört, die ihre Kinder täglich ausgeruht, mit gesundem Essen versorgt und unbelastet in die Schule schicken. Leider fehlt mindestens 50 Prozent der Schüler diese elterliche Fürsorge: Sie gehen übernächtigt, unzureichend ernährt und bewegt sowie mit morgentlichem Fernsehkonsum gespeist in die Schule. Pädagogen aus Kita und Schule verbringen viele Stunden in der Woche damit, die „Festplatten“ der Kinder zu entleeren, damit sie überhaupt aufnahmebereit sind für Bildung jeglicher Art, versuchen in Projekten die Wahrnehmung der Kinder mit allen Sinnen anzuregen und müssen gleichzeitig Ansprüche von Bildungspolitikern genügen, die schon lange keine Schule oder Kita von innen gesehen haben sowie Elternwünschen, die all das, was sie nicht erziehen können oder wollen von den Pädagogen fordern.

Dabei sollten alle Beteiligten nicht übersehen, dass die Bildungspolitik derzeit nichts wirklich verbessern kann, weil sie sparen muss. Die Frequenzen zu verringern, damit sich Lehrer individuell um alle Schüler kümmern können, dazu war bisher keiner bereit. Und dabei könnten Eltern tatkräftig mithelfen. Leider sehen viele Eltern Lehrer und Erzieher immer noch als Gegner und nicht als Partner. In meiner Kita ist die partnerschaftliche Kooperation ein wichtiges Qualitätsziel für die pädagogische Arbeit. Und die meisten Eltern sehen das genauso.

Silke Wasmann-Dabel,

Berlin-Wilmersdorf

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