Meinung : Es geht um ihren Job

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Bloß keine Kombilöhne? Danach klingt es, aber ganz so sagen es nicht alle Gewerkschafter. Ursula Engelen-Kefer, DGB-Vizechefin, äußert sich jedenfalls ziemlich ausgewogen: Sie hält eine Zustimmung zur bundesweiten Ausdehnung des "Mainzer Modells" immerhin für vorstellbar. Nur um die Kosten, geschätzte 50 bis 100 Millionen Euro, geht es ihr vorgeblich, was allerdings vergleichsweise wenig Geld ist, wenn das Modell neue Jobs bringt. Überhaupt, die Finanzierung ist nicht das Problem. Die gewiefte Gewerkschaftsfunktionärin weiß schon, dass ein hartes Nein nicht ungefährlich wäre. Erstens, weil es sich um einen Plan der SPD-geführten Regierung handelt und die Gewerkschaften keine bekommen, die ihnen besser gesonnen wäre. Zweitens, weil Langzeitarbeitslose und Sozialhilfeempfänger vielleicht doch Arbeit bekämen; und sei es, dass sie erstmal einen Zuschuss zu den Sozialabgaben und beim Kindergeld erhalten, wenn ihr Einkommen zwischen 325 und 890 Euro liegt. Drittens, weil der DGB und seine Einzelgewerkschaften über die Jahre den Eindruck genährt haben, sie seien nur noch die Interessenvertreter der Arbeitsplatzbesitzer, während die Arbeitslosen sich ihre Lobby selber suchen müssen. Da macht es sich taktisch gut, nicht ganz so hart dagegen zu reden; selbst wenn man dagegen ist. Schon gar, wenn demnächst die Wahl eines neuen DGB-Chefs anstehen sollte, der mit dem Kanzler einigermaßen gut zusammenarbeiten muss. Oder die.

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