Meinung : Es geht um Machterhalt

„Nicht mehr Vater unser“

von Claudia Keller vom 18. April

„Der kalte Konservative von der Glaubenskongregation war vor fünf Jahren vergessen“, wie Claudia Keller über das fünfjährige Konkordat von Papst Benedikt XVI. richtig schreibt.

Erklärlich ist das aus heutiger, aber auch aus damaliger Sicht nicht im geringsten. Er ging immerhin auf die 80 zu als er gewählt wurde und wie konnte man da erwarten, dass er seine konservativen Ansichten ändern würde?

Seine damalige Aussage von der „Diktatur des Relativismus“, bediente doch in erster Linie die alte Tradition der deutschen Kulturkritik. Er zeigte stets ein Bild von der modernen Welt, zu der er nie ein konstruktives Verhältnis bilden konnte, trotz Diskussion mit Jürgen Habermas und Hans Küng. Bestimmte politische Realitäten kann oder will er gar nicht anerkennen und erschreckend ist doch, dass man den Eindruck hat, dass er bestimmte Dinge überhaupt nicht kennt oder nicht darüber informiert wird.

Der Vatikan ist nun mal ein Männerbund dem es um Machterhalt geht, deshalb meint man manchmal auch, die deutschen Bischöfe wären taub. Aber nicht nur seit den Missbrauchsskandalen, die ja nicht nur die Kirche, sondern unsere ganze Gesellschaft betreffen, wissen wir wieder wie unverzichtbar die Freiheit der Presse ist.

Michael Mohr, Köln

Zum Rücktritt von Bischof Mixa

Scheibchenweise erinnern sich die geistlichen Herren an ihre Verirrungen gegenüber den ihnen anvertrauten Jugendlichen, noch immer mit einem Habitus, als pinkelten sie Weihwasser. Der Papst ruft die katholische Christenheit zur Buße auf und will damit eine Schuld auf alle Schultern verteilen, die er doch allein mit Funktionären der Kirche teilt. Wenn in einer Vielzahl von Stellungnahmen gewohnheitsmäßig auf Mißbrauchsfälle außerhalb der Kirche verwiesen wird, ist auch das ein durchsichtiges Manöver: Bekanntlich gibt es keine Gleichheit im Unrecht.

Dr. Peter Krahé, Berlin-Zehlendorf

„Bischof Mixas Lüge / Es reicht“

von Ingrid Müller vom 17. April

Mag es die Autorin auch nicht beabsichtigt haben – der Schlusssatz liest sich wunderbar doppeldeutig. Schön wäre in der Tat, wenn beides zuträfe: Mixa und seine Kirche sollten sich rasch in den Ruhestand verabschieden.

Dr. Erhard Schwandt,

Berlin-Waidmannslust

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