Meinung : Es kann nicht sein, was nicht sein darf

Zur Diskussion über Homöopathie

In der Debatte zum Thema Homöopathie wird leider deutlich, dass das eigentliche Problem gar nicht erkannt oder bewusst umgangen wird nach dem Prinzip, dass nicht sein kann, was nicht sein darf.

Zweifelsohne unterliegt die Schulmedizin häufig Fehleinschätzungen in Diagnosen und Behandlungsmethoden. Es gibt Kranke, die nach einer Homöopathie-Behandlung eine Besserung erfahren! Ein Gespräch bei einem Homöopathen und eine gemeinsam entworfene Vorgehensweise werden angesichts der wachsenden Ökonomisierung der Medizin verständlicherweise als angenehm und wohltuend empfunden.

So wenig das Rauchen aber deshalb unschädlich ist, weil man jemand kennt, der damit 100 Jahre alt wurde, ist eine Wirkung homöopathischer Mittel schon deshalb nachgewiesen, weil es bei ihrer Anwendung eben auch die angeblichen Erfolge gibt. Hier werden wohl Ursache und Wirkung durcheinander gebracht. Beruht die eingetretene Besserung wirklich auf den teilweise mit großem Aufwand hergestellten und teuren Präparaten?. Oder wirkt hier nur der bekannte Placeboeffekt? Nur diese Frage stellen die Kritiker.

Die Wirkung homöopathischer Mittel wie auch schulmedizinischer Mittel muss mit einer auf dem Stand der Erkenntnisse basierenden Methode (RCT-Studien) nachweisbar sein, vor allem wenn sie von etlichen Krankenkassen der Allgemeinheit aufgebürdet wird. Dagegen sträuben sich aber die Anhänger der Homoöpathie vehement, weil der Ausgang so einer Studie wohl absehbar wäre. Gibt es aber eine fundiertere und objektivere Beurteilungsmethode ? Vertreter der Homöopathie sollten sie nennen!

Was soll man von einer Wirkung bei „unendlicher Verdünnung“ halten? Wie soll ein Mittel wirken, wenn dies in einer Verdünnung vorliegt, die drei Molekülen innerhalb des gesamten Universums entspricht oder dieses zumindest kaum chemisch nachweisbar ist? Die Behauptung, dass sich das „Wasser merkt“, was vor der Verdünnung drin war, darf man wohl schon als sehr verwegen und fragwürdig bezeichnen.

Soll man in Zukunft die Medizin abhängig von Glaubensfragen gestalten? Wollte man diesem Prinzip folgen, dann müsste konsequenterweise auch eine Befragung von Krake Paul nach dem geeigneten Behandlungsprinzip bei positivem Ausgang durch die Allgemeinheit finanziert werden. Wollen wir das?

Dr. Siegfried Noack, Berlin-Wittenau

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