Meinung : „Es reicht nicht, …

Christoph Schmidt Lunau

… wenn der Staat nur mit dem Finger droht.“

Ein „kluger Kopf“ sei Herbert Landau, die Wahl zum Verfassungsrichter sei Krönung der Laufbahn eines versierten Juristen: In der Stellungnahme von SPD-Fraktionschef Jürgen Walter zur Nominierung von Roland Kochs Favoriten für das höchste Richteramt schwingt gehöriger Respekt mit, auch wenn Walter sich veranlasst sieht, den scheidenden Staatssekretär an die gebotene Unparteilichkeit zu erinnern.

Der Mann, dessen Herkunft aus dem mittelhessischen Dillenburg bis heute am rollenden R zu erkennen ist, hat einen beachtlichen Weg hinter sich. Im elterlichen Betrieb lernte er das Backhandwerk, über den 2. Bildungsweg wurde er Sozialarbeiter, studierte Jura und machte Karriere. Er war Sekretär im Bundestagsuntersuchungsausschuss, der den Skandal um die gewerkschaftseigene Wohnungsbaugesellschaft Neue Heimat aufklärte. Karl-Heinz Koch, dem Vater des heutigen Ministerpräsidenten, der als erster CDU-Politiker im traditionell sozialdemokratischen Hessen Justizminister wurde, diente er als persönlicher Referent. „Ich bin hier der Aufpasser“, soll Landau nach Roland Kochs Wahlsieg bei seinem Amtsantritt als Staatssekretär gesagt haben. Als Behördenchef von Minister Christean Wagner hat er die hessische Justiz gründlich verändert. Stolz spricht er vom „konsequentesten Strafvollzug“ in Deutschland. Vollzugslockerungen und Hafturlaub sind inzwischen in Hessen die Ausnahme. Landau sorgte für ein Kontrastprogramm zu Wagners Vorgänger, dem ersten grünen Justizminister Rupert von Plottnitz, der auf Resozialisierung gesetzt hatte, dem aber immer wieder Häftlinge abhanden kamen.

Früher verfügten die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Juristen und die ÖTV über großen Einfluss auf die Karrieren von Richtern und Staatsanwälten in Hessen. Das ist Geschichte. Gegner sprechen von „knallharter CDU-Personalpolitik“ Landaus. „Dienstaufsichtsrechtlich ist nichts zu beanstanden“ ist eine seiner Lieblingsformeln, mit denen er solche Angriffe auf sein Haus kontert.

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