Essen an Berliner Schulen : Fehler im System

Eine "Stunde Null" soll es beim Schulessen geben: Bessere Qualität durch mehr Geld und mehr Kontrolle ist das Ziel. Nun droht die Reform halbherzig zu werden.

Susanne Vieth-Entus

Die Euphorie ist verflogen: Was sich Berlins Bildungssenatorin als großen Wurf vorstellte, kommt als Bumerang zurück. Ihr beherzter Vorschlag, den Caterern für ein besseres Schulessen künftig rund 50 Prozent mehr zu zahlen, führt zunächst einmal zu Unfrieden. Das liegt aber nicht nur daran, dass die Verbesserung haushaltsbedingt noch ein Jahr auf sich warten lässt, weshalb sich jetzt die ersten Caterer verabschieden wollen. Vielmehr gibt es kein Konzept für die Versorgung an den weiterführenden Schulen. Der Senat hat allen Sekundarschulen und einem Teil der Gymnasien einen Ganztagsbetrieb verordnet, ohne die Voraussetzungen für eine gesicherte Essensversorgung zu schaffen. Dazu gehört nicht nur, dass das Essen besser wird und die Atmosphäre stimmt. Die Versorgung muss für die Familien auch bezahlbar bleiben. Es ist das Geheimnis des Senats, weshalb das Land das Essen in Kitas, Grund- und Hochschulen subventioniert, nicht aber in den Oberschulen. Die Koalition sollte die aktuelle Diskussion um das Schulessen nutzen, um diesen Systemfehler zu beheben. Dann könnte doch noch ein großer Wurf daraus werden.

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