Meinung : Etat-Umschichtung: Aus dem Leeren geschöpft

Bei allem Verständnis für die Kultur: In Berlin blutet der Zukunftsbereich Wissenschaft aus. Sie erbringt die Sparauflagen, die Kultur nicht - und die Politik deckt das. Studienplätze sind in einem bundesweit einmaligen Ausmaß abgebaut worden. Pensionen werden zu Lasten der Ausbildung aufgebracht, das Geld für Modernisierungen fehlt den Hochschulen. In dieser Situation mussten sie zusätzlich 30 Millionen Mark an die Kultur abgeben. Das Herz des für beide Bereiche zuständigen Senators Stölzl schlägt eben mehr für die Kultur, das war schon unter Vorgänger Radunski so. Dabei entstehen neue Arbeitsplätze im industrieschwachen Berlin am ehesten in wissensbasierten Bereichen. Die Universitäten gehören zu den größten Arbeitgebern der Stadt. Diesem produktiven Bereich die Folgen versäumter Entscheidungen in der Kultur aufzubürden, zeugt von fehlendem Augenmaß. Es erweist sich als Fehler, Wissenschaft und Kultur in einem Senatsressort zusammenzufassen. Es lähmt die Modernisierungskräfte.

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