EU und Dalai Lama : Im Bilde

Keiner denkt daran, die Olympischen Spiele zu boykottieren. Ein Treffen mit dem Dalai Lama könnte aber bereits einiges bewirken.

Wer den Dalai Lama trifft, verärgert Peking – kein Grund, deshalb das geistliche Oberhaupt der Tibeter nicht zu empfangen. Als Angela Merkel im Herbst den Dalai Lama ins Kanzleramt einlud, hatten Diplomaten danach zwar viel zu tun, um das frostige Verhältnis zu Peking wieder aufzutauen. Im Ergebnis aber ist geblieben: Man kann zu wichtigen Themen, und dazu gehören eben die Menschenrechte, Stellung beziehen, ohne dass dadurch die bilateralen Beziehungen auf Dauer geschädigt werden.

Wenn Frankreichs Außenminister Bernard Kouchner nun ein Treffen seiner EU-Kollegen mit dem Dalai Lama anregt, wäre das ein wichtiges Signal an China. Kein Land der Europäischen Union denkt bisher ernsthaft daran, wegen der Ereignisse in Tibet die Olympischen Spiele zu boykottieren.

Ein Gruppenbild mit Dalai Lama und den europäischen Außenministern würde Peking aber zeigen: Was in Tibet passiert, ist uns nicht egal. Über eines könnte aber auch ein solches Treffen – so es denn zustande kommt – nicht hinwegtäuschen: Insgesamt fehlt der EU, genau wie Deutschland, nach wie vor eine echte Strategie im Umgang mit China. (cir)

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