Meinung : EU und Nahost: Auf dem Weg zu einer Stimme

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Seit der Wahnsinns-Tat eines Selbstmord-Attentäters in Tel Aviv hat der Nahe Osten für die Außenpolitik der Europäischen Union eine neue Dimension erhalten. Moment mal: Außenpolitik der EU? Gibt es so etwas überhaupt? Wenn die Europäische Union irgendwo auf der Welt vermittelt, dann schickt sie immer gleich mehrere Leute. So wie zuletzt den schwedischen Ministerpräsidenten Göran Persson und den außenpolitischen Beauftragten der EU, Javier Solana, der am Wochenende nach dem Gespräch mit Palästinenser-Präsident Arafat ein sehr nachdenkliches Gesicht machte. Dass die EU zwar inzwischen einen außenpolitischen Beauftragten hat, dieser aber auch an die Überlegungen in den 15 EU-Hauptstädten gebunden ist - es liegt in der Natur der europäischen Sache, erzeugt aber eben manchen Spott in Washington. Doch seit dem Anschlag von Tel Aviv und Fischers unfreiwilliger Pendelmission hat auch das sich geändert. Die EU will nicht nur für die Unterstützung der palästinensischen Autonomiebehörde zuständig sein, sondern auch aktiv vermitteln. Bei der Begegnung von US-Präsident Bush mit den Europäern wird sich diese Woche in Göteborg zeigen, wie groß die Gemeinsamkeiten zwischen der amerikanischen und einer europäischen Nahost-Politik sind. Europäische Nahost-Politik? Stimmt: Erst einmal müssen Berlin und Paris da eine einheitliche Linie finden.

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