Euro, Gold und Öl auf Höchststand : Markt paradox

Normal ist das nicht: die Preise für Aktien, Gold und Öl steigen im Gleichschritt. Zugleich kostet der Euro so viel wie nie. Das alles will nicht in die Logik der Kapitalanlage passen, nach der sich Vermögenspreise normalerweise gegenläufig entwickeln. Aber was ist schon normal in Zeiten turbulenter Finanzmärkte? Der Schock der amerikanischen Hypothekenkrise ist nur dem Anschein nach überwunden. Der Kredit- und Bankenmarkt steckt immer noch in einer Vertrauenskrise. Und damit das sensible Gefüge nicht kollabiert, greifen die Notenbanken den Märkten seit Monaten unter die Arme – mit laufenden Geldspritzen und wiederholten Zinssenkungen. Die Anleger machen das Beste daraus: sie kaufen mangels rentabler Alternativen Aktien, sichern sich mit Gold für alle weiteren Krisenfälle ab und flüchten in den Euroraum, weil es in den USA noch dicker kommen könnte. Und die von den wachsenden Schwellenländern angetriebene Weltwirtschaft verlangt nach ihrem wichtigsten Schmiermittel Öl. So passen die Preissprünge zusammen. Wir Europäer könnten uns darüber freuen – wäre da nicht die hässliche Nebenwirkung Inflation. Sie könnte die Notenbanken in ein unlösbares Dilemma und die Anleger in eine Sackgasse treiben. Wer jetzt auf Aktien setzt, braucht ein sicheres Polster. mot

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