Meinung : Euro: Kleine Schummelei

msh

Kurz vor dem Jahreswechsel hat Finanzminister Hans Eichel noch eine gute Nachricht für die Bundesbürger parat. Durch die Einführung des Euro würden die Preise in Deutschland sinken, prophezeit Eichel. Schärferer Wettbewerb und bessere Vergleichbarkeit der Preise machten es möglich. Als Beispiele nennt der Minister Autos und Medikamente. Damit ist er auf der sicheren Seite. Genau diese Produkte gehören zu den wenigen, die in Deutschland tatsächlich teurer sind als anderswo. Bei den meisten anderen Produkten ist jedoch das Gegenteil der Fall. In keinem anderen Land sind die Handelsmargen niedriger als in Deutschland. Besonders hart ist der Kampf im deutschen Lebensmitteleinzelhandel. Die Deutschen gelten als besonders anspruchsvoll und preisbewusst zugleich. Die Händler können es sich daher nicht erlauben, die Preise nach unten abzurunden. Im Gegenteil: Sie runden auf, um neue Schwellenpreise wie 1,99 Euro zu erreichen. Verbraucherzentralen beobachten diesen Effekt seit Monaten. Da jeder Verbraucher zuerst auf den Preis schaut, verringern die Produzenten auch gerne mal den Inhalt von Marmeladengläsern oder Zahnpastatuben - und rechnen dann eins zu eins um. Solch versteckte Preiserhöhungen verärgern die Verbraucher und schaden dem Euro.

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