Euro-Krise : Die FDP gefährdet die Koalition

Die Liberalen wollen sich als Euro-Kritiker profilieren. Das könnte kurzfristig Stimmen bringen, gefährdet aber auch die schwarz-gelbe Koalition im Bund. Doch das muss für FDP und Union nicht das Schlechteste sein.

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Koalition am Ende? Horst Seehofer redet auf Philipp Rösler und Angela Merkel ein. Aber die verstehen offenbar nur Bahnhof.
Koalition am Ende? Horst Seehofer redet auf Philipp Rösler und Angela Merkel ein. Aber die verstehen offenbar nur Bahnhof.Foto: dpa

Dieser Genscher! Lange schon aus dem aktiven Geschäft, aber noch immer hört er das Gras wachsen. Nicht umsonst heißt er ja auch „der Mann mit den Ohren“. Aber Scherz beiseite, jetzt wird es ernst – in der Koalition, mit dem Euro. Hans-Dietrich Genscher hat gerade eben noch vor nationalistischen Alleingängen gewarnt, und schon passiert’s: in seiner Partei. Europa ist Staatsräson? Von wegen. Wenn es ums Geld geht, wenn, sarkastisch gesprochen, die Steuersenkung gefährdet ist, dann wollen die Freidemokraten doch lieber die Griechen endgültig absaufen lassen, wie es scheint. Und Genscher, jawohl, hat gewarnt.

Wer den Euro zuerst fallen lässt, den bestraft der Wähler. Könnte man denken. Man kann aber auch anders denken, so wie die FPÖ, die Stimmen um Stimmen von Europagegnern und Euroskeptikern sammelt. Bald wird deren Vorsitzender sogar Bundeskanzler in Österreich werden können. Nun, darum geht es bei der bundesdeutschen FDP gerade nicht, eher im Gegenteil ums schlichte Überleben im Bundestag bei der kommenden Wahl und als Partei insgesamt.

Aber immerhin ist das ja auch ein Wahlziel, das erst einmal erreicht werden will bei fast drei Prozent (fdP) in Umfragen derzeit. In Deutschland wird Euroskepsis Konjunktur haben, oder mindestens in dem Maß wachsen, in dem die Krise anhält. Es war nur eine Frage der Zeit, bis die FDP in ihrem Existenzkampf darauf verfallen würde. Sie hatte bis jetzt nur auf ihren Obereuropäer Genscher Rücksicht genommen. Aber in der Not wird noch manches fallen gelassen werden.

Lesen Sie auf Seite 2, warum ein Bruch der schwarz-gelben Koalition immer wahrscheinlicher scheint.

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