Europa II: Spanien : Es reichte nicht

Also doch Spanien. Die Marktgesetze haben keine Rücksicht darauf genommen, dass sich das Land mit seiner Erinnerung an die Unfreiheit der Franco-Jahre nie wieder in Abhängigkeit begeben wollte. Nun beantragt Madrid Milliarden aus dem Euro-Rettungsschirm für seine maroden Banken und muss Auflagen der Geldgeber erfüllen. Folgen wir der Logik der Krisenmanager ist es nur eine Lappalie, dass jetzt die viertgrößte Volkswirtschaft Europas strauchelt. Wer erinnert sich schon an das vor Jahresfrist gegebene Versprechen, mit Griechenland, Irland und Portugal sei das Problem eingegrenzt? Tatsächlich ist in den gut zwei Euro-Krisenjahren viel passiert bei Haushaltskonsolidierung, Strukturreformen und den Stabilitätsregeln. Allein, es reicht nicht! Der Fiskalpakt sollte die Frage nach der Verbindlichkeit des Sparwillens beantworten und die Vertrauenskrise beenden. Doch die Investoren werden erst aufhören zu zweifeln, wenn die entscheidende Frage geklärt ist: Wer zahlt, wenn es ein Problem gibt? Oder, zugespitzt: Ist Deutschland als größte und derzeit erfolgreichste Volkswirtschaft des Kontinents bereit, für andere Länder zu haften? chz

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