Meinung : Fahr du voran

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Selten waren wir uns so einig, dass die Politik jetzt endlich was tun müsse für den Klimaschutz. Dabei ähnelt solch eine Forderung der eines Rauchers, der ein Rauchverbot von der Politik will, weil er sonst nicht von seiner Sucht loskommt. Genau genommen fordern wir nämlich unsere Politiker auf, uns endlich zum Umweltschutz zu zwingen. Die deutsche Politik reicht die Forderung weiter an die EU, die möchte gern, dass die UN mehr zu sagen hat in Klimafragen. Und im Übrigen zeigt der Europäer gerne mit erhobenem Zeigefinger auf die Amerikaner, die ihrerseits auf die stinkenden Fabrikschlote Chinas verweisen. Nun ist es richtig, dass eine Verringerung der Industrieabgase nur über gesetzliche Rahmenbedingungen zu erreichen ist. Der Ruf nach der Politik verdeckt aber, dass nicht nur die Fabriken ein Problem sind, sondern unser Lebensstil an sich. Niemand wird gezwungen, die Kinder mit dem Range Rover vom Hort abzuholen oder zum Shopping nach London zu fliegen. Und dafür, dass wir Verbraucher nicht mehr Dreiliterautos gekauft haben, wenn die Industrie sie mal im Angebot hatte, kann die Politik auch nichts. Im Sinne Kennedys sollte man also nicht nur fragen, was unser Staat, die EU oder die UN für den Klimaschutz tun könnten, sondern was jeder Einzelne bereit ist, sich selbst abzuverlangen. clw

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