Meinung : Fahren Bahn und SPD auf dem falschen Gleis?

Wir betrachten die Dinge mit jungen und alten Augen

Ihre Kerstin Kohlenberg

Lieber Hellmuth Karasek, was ist das? Es hat ein miserables Image, stirbt in den kleinen Orten aus, und eine Reform musste es in Teilen zurücknehmen. Die Bahn. Und die Partei, an die Sie jetzt gedacht haben, muss von ihr unbedingt etwas lernen. Ich fahre immer Bahn, seitdem mir mein Führerschein am Bahnhof Zoo geklaut wurde, fahre ich nicht mal mehr im Urlaub Auto. Am Dienstag bin ich von Hamburg nach Berlin gefahren. Kurz nach Abfahrt dann die Durchsage: „Wegen Gleisbauarbeiten verzögert sich die Weiterfahrt.“ Ich fahre die Strecke häufig, und jedes Mal irgend so eine Durchsage, immer mit dem motzigen Unterton: ist nicht unsere Schuld. Klar, Gleise muss man ausbessern, das führt zu Einschränkungen, aber der Ton nervt. „Beim nächsten Mal wieder Auto“, hat mein Nachbar gesagt. Manchmal denke ich, die Bahn mag ihre Kunden gar nicht, und dann wünsche ich mir, dass die Partei, an die Sie eben gedacht haben, mal Zug durch Deutschland fährt, denn manchmal glaube ich, auch sie mag ihre Kunden nicht. Warum ist das so?

Liebe Kerstin Kohlenberg, entschuldigen Sie, dass ich wieder meinen Altersvorsprung ausspiele, aber ich fahre seit sieben Jahren (in Zahlen: 7) regelmäßig zwischen Berlin und Hamburg hin und her. Ich bin ein Berufspendler. Und das nicht, weil man mir meinen Führerschein geklaut oder entzogen hätte, sondern, weil es mit dem Zug trotzdem besser ist als mit dem Auto. Kein Stau, man muss nicht selber fahren, also keine tote Zeit. Aber dennoch haben Sie natürlich gnadenlos Recht – das man unsinnigerweise großschreiben muss, obwohl es sich aus dem Adverb recht herleitet. Na ja! Die Krux bei der Bahn ist, sie hat quasi ein Monopol. Und in ihr herrschen die Beamten, streng nach Vorschrift. Wie in der einen oder anderen politischen Partei. Und Geld, um das zu ändern, ist auch nicht da. Mein Vorschlag für Sie stammt aus der „Fledermaus“; das Motto: „Glücklich ist, wer vergisst, was doch nicht zu ändern ist!“

Ihr Hellmuth Karasek

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