Fahrradstadt Berlin : Nicht ganz rund

Ob die neue Radverkehrsstrategie des Senats wirklich für milderes Klima auf den Straßen sorgt, hängt davon ab, wie viele der festgehaltenen Punkte auch umgesetzt werden. Wenn am Radverkehr gespart wird, trifft dass nicht nur die Radfahrer.

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Eine Radfahrerin auf dem Weg durch die Stadt.
Eine Radfahrerin auf dem Weg durch die Stadt.Foto: dpa

Was lange währt, wird manchmal gut, aber nicht immer besser. So lässt sich die neue Radverkehrsstrategie beschreiben, die der Berliner Senat am Dienstag beschlossen hat. Falls sie konsequent umgesetzt wird, könnte das raue Klima auf den Straßen der Stadt etwas milder werden, weil sie dem von vielen Radlern gelebten Motto „Wer keine Rechte hat, der hat auch keine Pflichten“ die Basis nehmen würde. Nur spricht wenig dafür, dass sie umgesetzt wird. Das nicht übermäßig ambitionierte Vorgängerkonzept von 2004 wurde nur teilweise realisiert, und in der Neuauflage sind just die Punkte verwässert worden, auf die es ankommt: die Zusage für mehr Geld und konsequente Kontrollen.

Wo es gute Radwege ohne Falschparker gibt und wichtige Extras wie Abbiegeampeln, entfällt jegliche Entschuldigung, über Gehwege und durch den Querverkehr über Kreuzungen zu brettern. Damit wäre nicht nur den Radlern geholfen, sondern auch den Autofahrern und den Fußgängern, die ohnehin am Ende der verkehrstechnischen Nahrungskette stehen. Wenn am Radverkehr gespart wird, trifft das nicht nur die Radfahrer. Hoffentlich weiß die Verkehrsverwaltung das. Den Fahrradbeauftragten, der ihr das hin und wieder sagen könnte, hat sie gerade abgeschafft.

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