Fall Marko Weiss : Verfahren

Für Marco Weiss und das britische Mädchen Charlotte M. geht das quälende Warten auf Gerechtigkeit weiter. Mit der erneuten Verlängerung der Untersuchungshaft für den Angeklagten hat das Schwurgericht in Antalya am Dienstag den Verdacht genährt, dass die Richter den Jugendlichen ohnehin für schuldig halten – Beweise hin oder her. Wenn in einem Prozess, bei dem es um den schweren Verdacht des sexuellen Kindesmissbrauchs geht, in sieben Sitzungen mehr als ein halbes Jahr lang ohne die Grundlage einer Aussage des mutmaßlichen Opfers verhandelt wird, bleibt ein solcher Verdacht nicht aus. Türkische Strafprozesse sind berüchtigt dafür, dass sie sich endlos in die Länge ziehen, weil die erforderlichen Dokumente nicht rechtzeitig beschafft werden können. Auch andere Verfahren werden aus diesem Grund immer wieder aufs Neue vertagt. Dennoch sind die Verzögerungen unfair gegenüber einem Teenager wie Marco, der seine Unschuld beteuert. Sie sind auch ungerecht gegenüber Charlotte M., die dem Deutschen versuchte Vergewaltigung vorwirft. Die türkische Justiz gehört schon jetzt zu den Verlierern des Prozesses: Der Fall Marco legt ihre Schwächen offen. sei

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